Einige Kantone sind politisch konservativer als andere, das ist bekannt. Spannend ist, dass dies auch in Sachen Digital-TV der Fall ist.
Als Aarberg (BE) ankündigte das analoge Angebot komplett abzuschalten, konnte ich das zuerst nicht glauben. Doch man hat den Schritt vollzogen und es gab fast keine Beschwerden. Offenbar hat man sogar neue Kunden gewonnen.
Biel, ebenfalls in Bern, hat erst kürzlich die Zahl der analogen Sender auf 10 reduziert. Auch dort gab es kaum Probleme und selbst bei den älteren Zuschauern ging der Wechsel gut über die Bühne.
Schliesslich kündigte EBL an, das analoge Angebot ebenfalls abzuschalten und dies noch in dieses Jahr. EBL ist auch im Kanton Bern aktiv.
Es scheint also so, als wären einige Gemeinden in Bern sehr fortschrittlich. Hoffen wir, dass auch andere Kantone ähnlich reagieren.
Doch was ist das Gegenteil zum Kanton Bern? Es ist der Kanton Thurgau.
Dort gibt es den Betreiber RKOCOM, der ein paar kleine Netze beliefert. Fast 60 analoge Sender sind dort im Angebot und ein mieses Digital-TV Angebot, ich hab schon darüber geschrieben. Scheint als wäre dort die Zeit um die Jahrtausendwende stehen geblieben.
In Frauenfeld ist die Stadtantenne aktiv. Dort schreibt man auf der Website
Unser Unternehmen wird auch in Zukunft mind. 35 analoge Programme übertragen.
Diese Aussage halte ich aus mehreren Gründen für unsinnig.
Es besteht keine Nachfrage nach breiten analogem TV Angebot mehr, die Aktionen in Aaberg und Biel haben dies gezeigt. Wenn dann ginge es darum, auf dem TV im Schlafzimmer noch die Tagesschau zu sehen. Das ist in Biel weiterhin möglich.
Selbst Swisscable spricht von einem Ausstieg aus dem analogen TV. Man sagt also das ziemliche Gegenteil.
Was will man damit gewinnen? Man wird kaum Kunden von Swisscom zurück gewinnen um dann auf dem Flat-TV SF1 in PAL zu sehen.
Die Aussage ist schlicht schwammig. Was heisst in Zukunft? Wer weiss, vielleicht expandiert Quickline ja mal in den Thurgau und braucht dann Bandbreite die man eben nur mit der Reduktion dieser Programme bekommen wird. So wäre es vielleicht besser, gar nichts zu sagen anstatt die Kunden allenfalls gar zu verwirren.
Ich wüsste ja zu gerne was man in Frauenfeld und Arbon so denkt, wenn man die eigenen Produkte mit der Swisscom vergleicht.