UPC Cablecom hat neue Zahlen veröffentlicht. Man spricht dort von einer Steigerung des Umsatzes. Bei Internet und Telefonie konnte man zulegen. Beim Fernsehen aber verlor man Kunden, ganze 15’000. Da die Grundverschlüsselung gefallen ist, dürften dies Kunden sein die den Anschluss plombiert haben, also gar keine Produkte mehr beziehen und nicht einfach die Box retourniert haben.
Die Anzahl Kunden von Swisscom TV und Cablecom digital kann man nicht vergleichen. Zum einen weil Cablecom an einigen Orten nicht präsent ist und weil jetzt nicht mehr klar ist, was eigentlich ein digitaler Kunde ist oder wie Kunden zählen, die vor 2 Jahren eine Digicard gekauft haben.
Klar ist: Swisscom ist im TV Markt zu einem ernsthaften Konkurrenten geworden. Die Frage ist, wieso Kunden jetzt noch zu Swisscom wechseln. Das alte Drama „Die haben mir den WDR geklaut“ dürfte abgeschlossen sein. Zumal es ja kostenlose Boxen gibt.
Ein Grund dürften wohl die Probleme mit Horizon und den alten Mediaboxen sein, die einige Kunden fast zum Wahnsinn treiben. Es ist gut möglich, dass solche Kunden direkt zu Swissocm gehen und den Anschluss plombieren lassen. Der Auftritt im Kassensturz dürfte man als suboptimal bezeichnen.
Doch auch Content is the King. Teleclub in HD gibt es noch immer nicht bei Cablecom. Auch das Sportangebot bei Swisscom TV ist massiv grösser, das kennen wir ja. Das ist ja auch der Grund, wieso die Kabelnetze bei der Weko interveniert haben. So dürfte sich mancher Sportfan für Swisscom entscheiden, weil er seine Lieblingsmannschaft garantiert sehen will.
Die Entwicklung ist für UPC gefährlich, weil eine Kunde der zu Swisscom oder einem anderen Anbieter wechselt gar keinen Umsatz mehr bringt. Es kann sein, dass er nach einem Frusterlebnis mit Swisscom wieder zu Cablecom kommt, aber eigentlich sollte man solche Abgänge verhindern. Wobei es spannend wäre zu sehen, ob Swisscom auch Telefoniekunden verloren hat.
Was kann also Cablecom machen, um die Abwanderung der Kunden zu stoppen? Wichtig wäre es, dass man die Hausaufgaben macht. Ich kann nicht verstehen, wieso es über ein Jahr dauert um den ominösen Favoriten Bug zu korrigieren, auch wenn er mich nicht betrifft – ich nutze die Favoriten nicht. Es gibt Unternehmen da dauert der Rollout eines ERP weniger lang, und das dürfte wohl ein massiv komplexeres Projekt sein als ein paar Zeilen Code zu ändern. Auch bei Horizon gibt es noch ein paar Baustellen.
Wichtig auch: Das Netz fit halten. Wenn man 500 Mbit Internet ankündigt, muss man sich auch klar sein, was dies bedeutet. Man braucht mehr Bandbreite und die gibt es nur wenn man – wir kennen alle die Antwort.
Die Kabelnetze sollten ihre Vorteile klar kommunizieren. HD in jeden Zimmer – auch bei 10 Fernsehern. Immerhin schafft es Swisscom auch 2013 noch nicht im Triemli Quartier, 5 Mbit DSL anzubieten – in der grössten Stadt der Schweiz! Das ist der Wettbewerbsvorteile der Kabelnetze und den sollten sich auch nutzen.